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Merian Centre "Conviviality in Unequal Societies: Perspectives from Latin America"

Das Kolleg untersucht gegenwärtige und vergangene Formen des sozialen, politischen, religiösen und kulturellen Miteinanderlebens (conviviality) in Lateinamerika und der Karibik. Dabei wird eine vergleichende Perspektive ebenso berücksichtigt wie die Interdependenzen der Region mit anderen Teilen der Welt. Conviviality wird als analytisches Konzept verwendet, das Formen des Zusammenlebens und seiner Probleme in konkreten Kontexten beschreibt und die Untersuchung verschiedener Abstufungen des Miteinanderlebens ermöglicht - von eher horizontalen Formen zu stark asymmetrischen Modellen. Durch die Verknüpfung der Forschungen zu interethnischen, interkulturellen und interreligiösen Beziehungen sowie zu Klassen- und Geschlechterverhältnissen in Lateinamerika und der Karibik mit der conviviality-Forschung fördert das Kolleg einen innovativen Austausch, der sowohl für die lateinamerikanische als auch für die europäischen Forschungslandschaften erhebliche Vorteile bringt: Der Fokus auf Formen des Zusammenlebens in Lateinamerika und in der Karibik wird der bislang auf gegenwärtige europäische Kontexte fokussierten conviviality-Forschung neue Impulse verleihen, denn der Subkontinent kann auf eine lange Forschungstradition zu den genannten Themen verweisen. Auf der anderen Seite verhilft die Anknüpfung an die gegenwärtigen conviviality studies der einschlägigen lateinamerikanischen Forschung zu mehr Sichtbarkeit und Wirksamkeit. Denn vor dem Hintergrund zunehmender sozialer und machtpolitischer Asymmetrien und wachsender interkultureller und interreligiöser Konflikte sind Fragestellungen zur gesellschaftlichen Koexistenz in Europa und weltweit dringlicher denn je.

Partner

Das Kolleg basiert auf einem Konsortium bestehend aus drei deutschen Partnern (Freie Universität Berlin, Universität zu Köln und Ibero-Amerikanisches Institut Preußischer Kulturbesitz) und vier lateinamerikanischen Partnern (Universidade de São Paulo (USP) und Centro Brasileiro de Análise e Planejamento (CEBRAP), Instituto de Investigaciones en Humanidades y Ciencias Sociales (IdIHCS CONICET/Universidad Nacional de La Plata) und El Colegio de México (COLMEX).

Organisation

Der Hauptsitz des Forschungszentrums wird in São Paulo eingerichtet, wo auch seine Hauptaktivitäten stattfinden. Die Koordination auf deutscher Seite hat die Freie Universität Berlin inne. Die gleichberechtigten Partner in Deutschland, Argentinien und Mexiko tragen dazu bei, die Aktivitäten des Zentrums regional zu streuen und sichtbarer zu machen.

Instrumente

Das Zentrum stellt einen lebendigen Raum für die transnationale Wissensproduktion und Zirkulation bereit, der sich durch die symmetrische Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Forscher/innen aus unterschiedlichen Disziplinen, Ländern und Karrierestufen kennzeichnet. Dazu werden folgende Instrumente eingesetzt: ein Programm für Gastwissenschaftler/innen (fellows), das in einem kompetitiven Antragsverfahren Stipendien an herausragende Wissenschaftler/innen verschiedener Karrierestufen aus Lateinamerika, Deutschland und weltweit vergibt, wissenschaftliche Mitarbeiter/innen (resident postdocs), ein Austauschprogramm für Promovierende, herausragende Publikationen, regelmäßige Workshops, Konferenzen und Sommerschulen sowie die Bereitstellung einer Informationsinfrastruktur und eines Datenmanagementsystems.

Teilprojekt Köln

Das Teilprojekt Köln ist verantwortlich für die Erarbeitung von historischen Zusammenhängen im Rahmen des Gesamtprojektes und übernimmt insbesondere den Aufbau eines Datenmanagementsystems.
Da es sich um ein aus öffentlichen Geldern finanziertes Projekt handelt, sollen sämtliche Daten und Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, sofern sie nicht gegen das Recht auf Privatsphäre Einzelner verstoßen. Hierfür wird eine Infrastruktur zur Archivierung von Forschungsergebnissen aufgebaut.

Koordination

Mitglieder

Eröffnungszeremonie in São Paulo (03.04.2017)

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